Grippeimpfung 2026/27 für Kinder: Welche Fragen gehören zum Termin?

Für die Grippesaison 2026/27 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine aktuelle Einordnung veröffentlicht: Am 17. September 2026 bekräftigte sie ihre bestehende Empfehlung, Kinder und Jugendliche mit bestimmten Risikofaktoren rechtzeitig gegen Influenza impfen zu lassen. Das ist keine neue allgemeine Impfempfehlung für alle gesunden Kinder. Die STIKO prüft eine solche Standardempfehlung derzeit weiter. Für Eltern ist deshalb die erste Frage beim Termin nicht nur „Gibt es einen Grippeimpfstoff?“, sondern auch: „Gehört mein Kind zu einer empfohlenen Gruppe, welcher Impfstoff passt und braucht es eine zweite Dosis?“

Dieser Beitrag fasst den Stand der deutschen RKI- und STIKO-Informationen vom 28. September 2026 zusammen. Impfstoffe und individuelle Eignung müssen nach Alter, Gesundheitsgeschichte und aktueller Fachinformation beurteilt werden. Die Kinderarztpraxis kann die Entscheidung für Ihr Kind treffen.

Schritt 1: Klären, ob die STIKO-Impfempfehlung auf Ihr Kind zutrifft

In Deutschland empfiehlt die STIKO die saisonale Influenza-Impfung für Kinder ab sechs Monaten, wenn sie wegen einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Zu den im RKI-Leitfaden genannten Beispielen gehören chronische Erkrankungen der Atemwege wie Asthma, Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, bestimmte neurologische Erkrankungen sowie eine angeborene oder erworbene Immunschwäche und HIV. Auch starkes Übergewicht kann relevant sein. Die Aufzählung ist nicht dazu gedacht, dass Eltern selbst eine Diagnose einordnen: Fragen Sie die Praxis, wenn Sie unsicher sind, ob eine Erkrankung oder Behandlung darunterfällt.

Ein Elternteil und ein Kind halten bei der Anmeldung in einer Kinderarztpraxis ein gelbes Heft bereit.
Ein gelbes Heft ist bei der Anmeldung zu sehen. Bringen Sie zum Termin den Impfpass Ihres Kindes mit.

Eine Empfehlung besteht außerdem für Kinder und Jugendliche, die als mögliche Infektionsquelle eine im selben Haushalt lebende oder betreute Risikoperson gefährden könnten. Sprechen Sie das an, wenn beispielsweise eine besonders gefährdete Person mit Ihrem Kind zusammenlebt oder regelmäßig von ihm betreut wird. Die STIKO hat am 17. September die bestehende Empfehlung für diese Gruppen ausdrücklich bekräftigt. Gesunde Kinder ohne solche Risiken können grundsätzlich altersgerecht zugelassene Impfstoffe erhalten, doch die STIKO hatte zum Stand dieser Recherche noch keine Standardimpfung für alle Kinder empfohlen. Fragen Sie die Praxis und Ihre Krankenkasse nach einer individuellen Entscheidung und einer möglichen Kostenübernahme; Versicherungsleistungen können über die STIKO-Pflichtleistung hinausgehen.

Die aktuelle Stellungnahme finden Sie im RKI-Dokument der STIKO vom 17. September 2026. Die Seite RKI: Impfempfehlung gegen Influenza, Stand 10. September 2026 erläutert die Zielgruppen und die zugelassenen Optionen.

Schritt 2: Impfpass und Gesundheitsinformationen vorbereiten

Nehmen Sie den Impfpass mit. Er hilft der Praxis festzustellen, ob und wann Ihr Kind bereits Influenza-Impfstoffe erhalten hat. Notieren Sie außerdem chronische Erkrankungen, Allergien, frühere Impfreaktionen und regelmäßig oder aktuell eingenommene Medikamente. Wenn Ihr Kind nach einer früheren Impfung eine schwere allergische Reaktion hatte, erwähnen Sie das vor der Impfung. Geben Sie auch Bescheid, falls Ihr Kind aktuell deutlich krank ist oder Fieber hat; die Praxis kann beurteilen, ob der Termin stattfinden sollte oder ein anderer Zeitpunkt sinnvoll ist.

Eine Kinderärztin spricht mit einem Elternteil und einem Kind im Untersuchungszimmer.
Nutzen Sie das Gespräch, um Vorerkrankungen, frühere Impfreaktionen und Medikamente Ihres Kindes anzusprechen.

Bei Kindern mit einer empfohlenen Indikation sollte die Impfung im Herbst oder Winter einmal pro Saison erfolgen. Für die Saison 2026/27 wird ein aktualisierter, saisonaler Impfstoff verwendet, dessen Antigenkombination an die WHO-Empfehlung angepasst wurde. Der Impfschutz entwickelt sich nicht sofort; laut RKI-Epidemiologisches Bulletin 27/2026 ist etwa 10 bis 14 Tage nach der Impfung mit Impfschutz zu rechnen. Wenn Sie einen festen Termin, eine Reise oder Kontakt zu einer besonders gefährdeten Person planen, fragen Sie die Praxis, wann die Impfung in Ihrem Fall am sinnvollsten ist. Eine verspätete Impfung kann zu Beginn oder im Verlauf einer Grippewelle weiterhin sinnvoll sein.

Schritt 3: Dosiszahl und Abstand ausdrücklich erfragen

Die meisten Kinder, die für diese Saison eine Impfung erhalten, brauchen eine Dosis. Eine wichtige Ausnahme betrifft Kinder bis einschließlich neun Jahre, die zum ersten Mal im Leben gegen Influenza geimpft werden: Nach der STIKO-Empfehlung 2026 erhalten sie zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Das gilt für Totimpfstoff und – sofern passend – den nasalen Lebendimpfstoff. Die Praxis sollte anhand des Impfpasses und der Fachinformation des konkreten Impfstoffs die Dosiszahl festlegen.

Fragen Sie daher direkt: „Zählt diese Impfung als erste Influenza-Impfung meines Kindes?“ und „Wann ist die zweite Dosis frühestens fällig?“ Schreiben Sie den Folgetermin sofort in den Kalender. Eine zweite Dosis nach vier Wochen ist leicht zu verpassen, wenn sie nicht bereits bei der ersten Impfung vereinbart wird. Die RKI-Tabelle mit dem genauen Alters- und Dosis-Hinweis steht in der STIKO-Stellungnahme im Epidemiologischen Bulletin 38/2026.

Ein Elternteil notiert im Beisein des Kindes und der Ärztin einen Folgetermin auf einer Karte.
Falls Ihr Kind erstmals gegen Influenza geimpft wird und zwei Dosen braucht, halten Sie den zweiten Termin gleich fest.

Schritt 4: Spritze oder Nasenspray besprechen

Für Kinder ab sechs Monaten sind in Deutschland inaktivierte Influenza-Impfstoffe zugelassen, die gespritzt werden. Für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und einschließlich 17 Jahren kommt zusätzlich ein attenuierter Lebendimpfstoff als Nasenspray infrage. „Attenuiert“ bedeutet, dass die enthaltenen Impfviren abgeschwächt sind. Die STIKO spricht für Kinder nicht pauschal eine Präferenz für das Nasenspray aus. Sie weist darauf hin, dass es bei Hindernissen für eine Injektion – beispielsweise starker Spritzenangst oder bestimmten Gerinnungsstörungen – bevorzugt erwogen werden kann, sofern keine Gegenanzeige vorliegt.

Eine Ärztin zeigt einem Kind und einem Elternteil eine Karte mit einer Impfzeichnung.
Fragen Sie, welche zugelassene Impfstoffform für Alter und Gesundheitszustand Ihres Kindes infrage kommt.

Das Nasenspray ist nicht für jedes Kind geeignet. Das RKI nennt unter anderem klinische Immundefizienz, schweres Asthma und eine Behandlung mit Salicylaten als Gründe, es nicht zu verwenden. Teilen Sie daher Medikamente und Erkrankungen mit, statt selbst eine Impfstoffart auszuwählen. Fragen Sie: „Ist für mein Kind eine Spritze oder das Nasenspray geeignet?“ und „Ist der Impfstoff für sein Alter zugelassen?“ Die Praxis kann außerdem prüfen, welcher saisonale Impfstoff vor Ort verfügbar ist. Details stehen in der RKI-FAQ zur Grippeschutzimpfung und in der Produktinformation des angebotenen Präparats.

Was ist am neuen Saisonimpfstoff anders?

Der Grippeimpfstoff wird saisonal angepasst, weil sich Influenza-Viren verändern. Für 2026/27 hat die Weltgesundheitsorganisation eine neue Antigenkombination empfohlen; das Paul-Ehrlich-Institut führt die zugelassenen Impfstoffe für die Saison auf. Diese Änderung bedeutet nicht, dass jedes Kind einen besonderen Impfstoff oder zusätzliche Dosen benötigt. Sie bedeutet, dass Sie die Praxis nach einem Impfstoff für die aktuelle Saison fragen sollten, nicht nach einem Restbestand aus einer früheren Saison. Eine aktualisierte Zusammensetzung kann Infektionen nicht vollständig ausschließen; der Schutz hängt unter anderem von den zirkulierenden Viren und individuellen Faktoren ab.

Das Paul-Ehrlich-Institut: zugelassene Influenza-Impfstoffe listet die Produkte der Saison 2026/27. Ob ein bestimmtes Produkt in einer Praxis oder Apotheke tatsächlich verfügbar ist, lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Rufen Sie daher vorher an, wenn Sie eine bestimmte Impfstoffform wünschen.

Fragen für den Termin auf einen Blick

  • Gehört mein Kind aufgrund einer Vorerkrankung oder eines Kontakts zu einer Risikoperson zu einer STIKO-Zielgruppe?
  • Welche früheren Influenza-Impfungen sind im Impfpass dokumentiert?
  • Braucht mein Kind eine oder zwei Dosen, und wann soll die nächste Dosis erfolgen?
  • Ist für Alter und Gesundheitszustand eine Spritze oder ein Nasenspray geeignet?
  • Beeinflussen eine Allergie, Medikamente, eine frühere Impfreaktion oder eine aktuelle Erkrankung die Entscheidung?
  • Ist der Impfstoff für die Saison 2026/27 vorgesehen, verfügbar und wird die Impfung von meiner Krankenkasse übernommen?
  • Welche Reaktionen sind nach der Impfung zu erwarten und wen soll ich bei Fragen kontaktieren?

Häufige Fehler, die sich leicht vermeiden lassen

Verlassen Sie sich nicht allein auf das Alter des Kindes: In Deutschland ist die STIKO-Empfehlung für gesunde Kinder nicht automatisch dieselbe wie eine allgemeine Empfehlung zur Grippeimpfung in manchen anderen Ländern. Umgekehrt bedeutet eine fehlende allgemeine Empfehlung nicht, dass ein Impfstoff für ein gesundes Kind grundsätzlich verboten wäre; Zulassung, individuelle ärztliche Entscheidung und Kostenübernahme sind unterschiedliche Fragen. Ändern Sie auch nicht eigenständig die Dosiszahl, wenn der Impfpass unvollständig ist. Lassen Sie die Praxis frühere Dosen und die Fachinformation bewerten.

Der Termin ist gut vorbereitet, wenn der Impfpass vorliegt, die Praxis die Risikofaktoren und Medikamente kennt, der aktuelle Impfstoff ausgewählt wurde und die Dosiszahl feststeht. Falls eine zweite Dosis nötig ist, sollte auch das Datum dafür notiert sein. So wird aus der Frage „Welche Grippeimpfung braucht mein Kind?“ ein klarer, mit der Kinderarztpraxis abgestimmter Plan für die Saison 2026/27.

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